tl;dr: Für die Darstellung von speziellen Inhalten brauchen wir oft mehr als die vorinstallierten Möglichkeiten von WordPress. Hier erfährst du, wie man eigene Felder (Custom Fields) und eigene Beitragstypen (Custom Post Types) gemeinsam mit Elementor einsetzen kann.
Hinweis: Praktische Anwendungen von Eigenen Feldern werden im Artikel Fotoblog selber bauen beschrieben.
Eigene Felder - wozu?
Wer ein Blog betreibt und seine Beiträge kategorisiert wird schnell merken, dass unterschiedliche Inhalte manchmal auch unterschiedlichen Informationsarten bedürfen. Zum Beispiel kann bei einem Foodblog eine Kategorie mit Gastrokritiken ein Feld mit geographischen Daten benötigen, in einem Beitrag mit einem Rezept ist aber die Angabe eines Schwierigkeitsgrades sinnvoll.
Um das umzusetzen wäre es doch hilfreich, eigene Felder zusätzlich zum Inhaltsfeld zur Verfügung zu haben? Dafür verwenden wir ein Plugin das unter dem Akronym ACF bekannt ist. ACF steht für Advanced Custom Fields.
Alternativ zur Kombination ACF/CPT kann man auch das kostenpflichtige Plugin Toolset verwenden. Ausserdem unterstützt Elementor auch Pods.
Eigene Felder - Advanced Custom Fields - ACF
Für unser Beispiel ist die kostenlose Standardversion des Plugins ausreichend. Nach Installation und Aktivierung sind die eigenen Felder unter Individuelle Felder im Dashboard zu finden. Eigene Felder werden in Feldgruppen zusammengefasst, wir müssen also:
eine Feldgruppe anlegen
innerhalb der Feldgruppe ein oder mehrere Felder anlegen
Die Bedingungen (Position) festlegen, wann diese Felder auftauchen und befüllt werden.
Individuelle Felder im Dashboard Feldgruppe in ACF anlegen
Mit dem Erstellen der Feldgruppe kann man gleichzeitig auch Felder anlegen. Wir klicken auf „Felder hinzufügen“ und geben dort die Feldbeschriftung, den Feldnamen und den Feldtyp an. ACF bietet eine sehr gute Dokumentation dazu.
Die Auswahl an möglichen Feldtypen ist lang. Mit der Veröffentlichung legen wir die Feldgruppe an und erstellen gleich das erste Feld.
Wichtig: Elementor unterstützt nicht alle möglichen Feldtypen. Wer Unterstützung für Beziehungsfelder (Relationship) oder Wiederholungsfelder (Repeater) benötigt wird um die Installation eines zusätzlichen Plugins nicht herum kommen. Sehr mächtig ist das Plugin Dynamic Content for Elementor.
Als nächsten Schritt müssen wir die Bedingung anlegen, wann das Feld auftauchen soll. Im Beispiel soll das Feld dann auftauchen, wenn ein Beitrag in der Kategorie „Gastrokritiken“ ist.
Das Beispielfeld soll nur dann auftauchen, wenn einem Beitrag eine bestimmte Kategorie zugeordnet wird.Wenn ich nun einem Beitrag die entsprechende Kategorie zuordne taucht das neue Beispielfeld auf.
So kommen alle möglichen individuellen Inhalte in die Datenbank hinein. Der nächste Schritt besteht darin, diese Inhalte innerhalb der Elementor-Umgebung sichtbar zu machen. Elementor unterstützt die wichtigen Tools ACF, Toolset und Pods von Haus aus.
Dazu verwenden wir ein geeignetes Widget wie zB. Text-Editor oder Überschrift und klicken auf das kleine „Dynamisch“ rechts oben. Hier können wir dann ACF-Feld auswählen und den Feldnamen wählen.
Wenn man auf >Dynamisch< klickt tacht ganz unten in der Auswahl ACF-Feld aus.Wenn der richtige Schlüssel (=Feldname) gewählt wird taucht der dynamische Inhalt sofort im Editor auf.
Dieses kleine Video oben zeigt, wie man eine Überschrift einbindet und den Inhalt aus einem ACF-Feld einbindet.
Das ist jetzt schon mal sehr praktisch. Ab sofort kann ich meine Inhalte so strukturieren, dass sie zusammenhängend nur dann angezeigt werden, wenn ich sie wirklich benötige. Ausserdem bieten die vielen vorbereiteten Feldtypen — bis hin zu Feldern für Dateien, Maps und Datumsfeldern — eine grosse Flexibilität.
Eigene Beitragstypen - Custom Post Types - CPT
Wichtig: Information veraltet — In der Zwischenzeit hat ACF die Funktion für eigene Inhaltstypen/Posttypen integriert. Das Plugin Custom Post Type UI ist also nicht mehr notwendig.
Es kann also ganz schön weit führen, wenn man sich die Möglichkeiten hier mit ein wenig Kreativität ausmalt. Trotzdem kann es sinnvoll sein, wenn man die gewünschte Flexibilität auf der Ebene der Posttypes einbaut. WordPress arbeitet von Haus aus mit mehreren Beitragstypen: Seiten, Beiträge und Attachment.
Es liegt nahe, einen eigenen Beitragstyp anzulegen wenn man Inhalte besonders zusammenfassen möchte, zB. Produkte in einer Produktdatenbank. Ein Plugin welches die Anlage und Verwaltung von CPTs erleichtert heisst Custom Post Type UI. Nach der Installation kann man recht einfach einen neuen Typ anlegen.
Wenn man nun CPT mit ACF kombinieren will kann man in diesen Einstellungen auch festlegen, dass der neue Typ Produkte die Fähigkeit haben soll, eigene Felder zu unterstützen.
Ein eigener Posttyp ist mit dem Plugin CPT UI schnell angelegt.Im WP-Dashboard taucht (je nach Einstellungen) dann der Posttype auf.
CPT und Elementor - wie man das verbindet
Wenig überraschend funktioniert der Zugriff auf den neuen Post Type mit einem Template über ein Archiv. Wir müssen also einfach im WordPress:
Dashboard > Theme Builder > Archiv
gehen und ein neues Archiv anlegen. Wie auch immer wir das Archiv gestalten — wichtig ist, dass wir in dem Widget, mit dem wir die Beiträge anzeigen, die Abfrage entsprechend anpassen. Gleich unter Quelle taucht der neue Post Type auf.
Unter Abfrage kann man nun den angelegten Post-Typ auswählen.
Für die Detailseite, also in unserem Fall die Seite für das einzelne Produkt, legen wir ebenfalls ein Template an: ein Single-Template via Theme Builder > Single.
Auch dort stehen uns wieder alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Zusätzlich zu den Widgets für Single-Posts können wir — sofern wir ein eigenes Feld für eine Produktnummer angelegt haben — diese Nummer dynamisch einblenden.
Im Single Template können wir nun eigene Felder in unserer Darstellung eines eigenen Post Types mit den Standardfeldern wie Titel und Beitragsbild kombinieren.
Arbeiten mit Toolset
Der zweite große Player am Markt neben ACF ist Toolset. Der Preis beginnt bei US$ 69,- pro Jahr, dafür bekommt man die notwendigen Funktionen um eigene Posttypen zu erstellen und einzubinden.
Im Wesentlichen funktioniert die Einbindung wie auch bei ACF, nur dass statt einem ACF-Feld ein Toolset-Feld ausgewählt werden muss.
Toolset lässt sich um eine (im Paket enthaltene) Erweiterung namens Toolset Views erweitern. Damit kann man eigene Ansichten zu den angelegten eigenen Feldtypen erstellen. Diese Views lassen sich dann über ein Elementor Widget einbinden.
Eine andere Lösung, um Toolset-Felder in einem Template anzuzeigen liegt in Shortcodes. Toolset generiert zu jedem angelegten Feld einen Shortcode, der sich dann über das einfache Text-Widget einbinden lässt.
Beispiel:
[types field='kurztitel'][/types]
Zeigt das Toolset-Feld mit dem Namen Kurztitel an. Formatiert wird es dann über die Stil-Funktionen im Widget:
Die Toolset Shortcode Einbindung über das Text Widget. Formatiert als H2.
Fazit
Es ist also wie immer: es ist besonders hilfreich, wenn man vorher weiss, was man eigentlich will. Die sinnvollste Vorgehensweise ist folgende:
Definieren ob man einen eigenen PostTyp braucht, wenn ja anlegen.
Festlegen, welche Informationen nicht innerhalb der bestehenden WordPress-Felder untergebracht werden können. Diese mit ACF oder Toolset anlegen.
Ein Archivtemplate in Elementor erstellen (soferne wir einen eigenen Posttype angelegt haben).
Ein Single-Template erstellen und dort die eigenen Felder dynamisch einblenden.
Veröffentlicht am: 9. Dezember 2019 Letztes Update am: 15. August 2026
auch mit ACF lassen sich shortcodes im Editor einbinden. Einfach die folgende Syntax verwenden:
[acf field=“kurztitel“]
Viele Grüsse
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1 Kommentar
Denis
Hallo Harry,
auch mit ACF lassen sich shortcodes im Editor einbinden. Einfach die folgende Syntax verwenden:
[acf field=“kurztitel“]
Viele Grüsse
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