Premium zu Bricks

WP-KI-Anwendung: von Premium nach Bricks

tl;dr: Die Zeit der Premium-Themes ist vorbei, gut so. Aber was ist mit dem Bestand? In diesem Beitrag beschreibe ich den Weg von einem Legacy-Theme zu Bricks. Inklusive der Begründung, warum wir für dieses Projekt diesen Weg gewählt haben. 

Die Ausgangslage

2018 hat ein Photograph eine Website für sein Portfolio erstellt. Seitdem ist die Site gewachsen: in 148 Posts mit deutlich über 3000 Bildern werden die Arbeiten präsentiert. Damals wurde auf Themeforest ein sog. Premiumtheme erworben: ein WordPress-Theme für Fotographen, dass bereits die Datenstruktur vorgegeben hat und sehr viel Wert auf eine fancy Präsentation der Bilder legte.
Optisch hat die alte Site noch gut funktioniert. Das eigentliche Problem war im Hintergund: das Theme wurde nie upgedatet, es war jahrelang in der Version 1.0 im Einsatz. Leider hat es auch keine PHP-Updates vertragen. PHP musste also in Version 7.4 stehen bleiben. Damit es noch läuft waren so Dinge wie der jQuery-Migration-Helper notwendig.
Das Theme hat 3 eigene Inhaltstypen angelegt und verwaltet, von deen nur eines (Galerien) genutzt wurden.
Damals hat es so um die € 60,- gekostet. Einmalig. Aber leider hat wohl der Themeautor zu wenig davon verkauft, er hat die Software nie wirklich gepflegt. 

Anmerkung: diese Falle ist schon innerhalb von WordPress ein großes Thema. Mit dem Einzug von der KI als Sitemaker wird sich das Problem von schlechter Website-Technik in den nächsten Jahren multiplizieren.
Robert Komarek Legacy Page
Die alte Startseite: Fancy Design mit Slider etc.
PHP Info im Dashboard
Wer so eine Warnung im Dashboard sieht sollte diese ernst nehmen!

Datenrettung first

Bei einer solchen Ausgangslage besteht die erste Hürde darin, eine funktionierende lauffähige Version der alten Site zu migrieren. Schliesslich will man ja die Downtime so kurz wie möglich halten, kann aber aufgrund der veralteten Servertechnik (altes WordPress, altes PHP und auch alte Backup-Software) nicht einfach online eine Staging-Umgebung einrichten. Meiner erste Wahl ist dann immer LocalWP. Ich richte eine leere, lokale Website ein und migriere die Website (hier gute 3 GB Daten) auf meinen Laptop.

Wenn das gelungen ist (hurra, ist es) kann man nun alle jene Komponentent deaktivieren, die einem Update im Weg stehen. In diesem konkreten Fall war das einfach das Theme und ein Plugin. Sobald diese beiden Teile deaktiviert waren, konnte ich auf PHP 8.4 und WordPress 7.0.1. updaten. Wichtig: die alten Teile noch nicht löschen! Denn wir benötigen ja die alten Inhalte noch, die in den Propietären Inhaltstypen versteckt sind. Saubere Software würde dann fragen, ob diese Inhlate auch gelöscht werden sollen - aber wenn die Software sauber wäre, würde sie dann so altern?

Wir haben nun als ersten Zwischenschritt ein lokales WordPress ohne Design mit jeder Menge Zeug in der Datenbank, auf das wir nicht mehr richtig zugreifen können. Jetzt geht es darum die 148 Posts mit den 3000 Bildern so zu retten, dass auch die Logik erhalten bleibt - und die Metainformationen, Kategorien etc. Es ist an der Zeit sich zu entscheiden, was am Ende rauskommen soll, damit die Datenrettung auch definiertes Ziel hat. In diesem Fall habe ich mich für ACF Pro und Bricks entschieden.

Warum ACF Pro?

Ich will keinen Code schreiben (lassen) müssen. Ich will ein Interface, dass es auch Amateuren ermöglicht, Daten einzugeben und zu bearbeiten. Es muss auch schnell gehen, es muss lange halten, es darf (wenig) kosten. Es soll so etwas wie eine gängige Standard-Lösung sein. Also ACF. Und die Pro-Version deshalb, weil wir das Galerie-Feld benötigen, in welchem wir die vielen Bilder speichern.

Warum Bricks?

Weil es grade State-Of-The-Art ist, weil es sehr gut dynamische Inhalte darstellen kann und weil es ein Handgriff ist, das Galerie-Feld aus ACF in eine wunderbare Darstellung im Frontend zu verwandeln.

Die Rettung mit Novamira Pro

Und jetzt kommt die Magie ins Spiel: Mit dem MCP Novamira Pro haben wir ein Tool zur Hand, dass WordPress so gut versteht, dass nicht einmal Claude es zusammenbringt das Ding zu verbocken: 

  1. einen eigenen Inhaltstyp Gallerieposts anlegen
  2. ein Feld Typ ACF-Gallerie anlegen das diesem Posttyp zugeordnet ist
  3. Novamira Pro lokal installieren und die KI anweisen, sich ausschliesslich an die Abilities des MCPs zu halten. 
  4. Die AI anweisen, die Datenbank nach den alten CPT zu durchsuchen, diese in den neuen, angeleget ACF-Posttyp zu überführen und alle Bilder, die den Posts zugeordnet waren in dem neuen ACF-Feld zu speichern. Novamira hat explizit ACF-Fähigkeiten. Die AI muss also nicht raten und suchen, sondern kann einfach ausführen. 

Das Ganze funktioniert überraschend gut und schnell. Damit ist das größte Hemmnis überwunden, die Daten sind nun mal sicher. Jetzt mal schnell ein Backup der lokalen Site erstellen. Paranoia, aber gut …

Neue Templates erstellen

Wie immer bei solchen Projekten gibt es mehrere Limits, die einzuhalten sind. Auf der einen Seite ist es eigentlich immer ein Budgetrahmen, aber auf der anderen Seite gibt es auch individuelle Limits, zB. die Gewohnheiten des Kunden. Hier haben wir nun die Entscheidung getroffen, dass wir für alle statischen Inhalte weiter den Classic-Editor verwenden (warum auch nicht?) und nur die Startseite und die Templates mit Bricks bauen. 

Wir benötigen folgende Templates: 

  • Single Post
  • Kategorie
  • Popup (für eine Contentwarnung auf der Startseite)

Und folgende Seite in Bricks:

  • Startseite (mit Post-Loop)
Altes Single Template
Im alten Single-Template waren die einzelnen Galeriebilder in einem horizonalen Slider gut versteckt.
Neuese Single Template
Das neue Single-Post-Template zeigt eine gekachelte ("Metro")-Ansicht aller Bilder dim Post.
Während in der alten Ansicht die einzelnen Bilder hinter einem horizontalen Scrollbar zu suchen waren ist das neue Template klassischer. Eine Metro-Ansicht wird automatisch aus dem ACF-Galerie-Feld generiert. Die Lightbox erlaubt das sequentuelle weiterklicken in einem klassichen Overlay. Vielleicht nicht so elegant, aber auf jeden Fall ergonomisch besser. 
Alte Kategorieansicht
Die alte Kategorieansicht war eine Mischung aus 3 Titelbildern und 9 Galleriebildern.
neue Kategoerieansicht
In der neuen Kategorieansicht (hier im Editor) gibt es nur mehr Titelbilder, dafür aber auch eine Textleiste mit den Kategorielinks.

Mache innovative Idee ist schwer zu verstehen. So war in der alten Kategorieansicht immer auch eine Vorschau des obersten Posts zu sehen, dafür musste man extra klicken um mehr als 3 Titelbilder zu sehen. Jetzt gibt es eine einfache, auch am Mobildgerät taugliche Bildliste mit klickbaren Titelbildern. Wenn die Bilder selber das Kunstwerk sind muss es die Website nicht sein. 

Hier hat sich gezeigt, dass die Entscheidung auf Bricks zu setzen schon mal nicht so schlecht war: Bricks hat ein Abfragesystem das es so gut wie überall erlaubt ein Loop einzubauen und entsprechend darzustellen. So gibt es im Kategorietemplate ein Loop für die Titelbilder der Posts innerhalb der Kategoerie (untereinander) aber oben noch eine horizontale Auflistung aller vorhandener Kategorien als Textlinks. Keine zusätzlichen Elemente, einfach die Standardteile mit einer Abfrage verknüpfen. Sehr nett. 

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Aufwand ermittelt

Jetzt interssiert euch natürlich der Gesamtaufwand der Aktion. Das Projekt setzt sich aus folgenden Kostenbestandteilen zusammen (zusätzlich zu den normalen Hostingkosten):

  1. Kundenkommunikation vorher und nacher
  2. Lizenzkosten einmalig: Novamira für die Datenrettung
  3. Lizenzkosten laufend: ACF Pro und Bricks
  4. Arbeitszeit und Ressourcen für Local, AI
  5. Kaffee

Der Aufwand betrug für dieses Projekt ziemlich genau 8 Stunden. Dafür, dass 3000 Bilder nicht neu zugeordnet werden mussten und der Kunde im Wesentlichen seine gewohnte Arbeitsumgebung behalten konnte war das eine vergleichweise kleine Unannehmlichkeit. 

Anders formuliert: 1 Tag Arbeit + € 100 pro Jahr (oder man hat größere Lizenzen und gibt den Kostenvorteil anteilig weiter). 

Hier geht es übrigens zum Ergebnis: 

Robert Komarek Photographie ansehen

Fazit

Man muss nicht immer alles neu bauen. Ja, natürlich macht es mehr Spass und auch das Ergebnis ist manchmal besser, wenn man from Scratch arbeiten kann. In Wirklichkeit gibt es aber tausende Sites die auf einen Relaunch warten, die in alten Premium-Themes feststecken etc.

Die AI – vor allem mit dem genialen MCP Novamira – erlaubt es uns zu kleinem Aufwand diese Schätze zu bergen und ihnen ein neues Leben einzuhauchen. Und ganz nebenbei wird die Website schneller, sicherer und kann all ihr Ranking etc. behalten. 

Veröffentlicht am: 10. August 2026
Letztes Update am: 10. August 2026

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