tl;dr: WordPress ohne Plugins ist so gut wie nie zu finden. Plugins sind eine Art von „natürlichem Bestandteil“ von WordPress. Das ist kein Fehler, sondern eine gewollte Architektur.
Die Ansprüche an eine Website können sehr unterschiedlich sein. Mit Plugins kann es gelingen, das CMS WordPress selber so klein wie möglich zu halten und nur jene Bestandteile zu laden, die man wirklich benötigt.
Die wichtigste Quelle für WordPress Plugins ist das gleichnamige Verzeichnis auf wordpress.org: https://wordpress.org/plugins. Genau dieses Verzeichnis verwendet man auch wenn man im WordPress Dashboard auf Plugins geht und dort das Suchfeld verwendet. Zur Zeit (Juni 2026) gibt es dort über 66.000 freie Plugins zur Auswahl. Oft gibt es mehrere Plugins mit übereinstimmenden Funktionen. Die Plugins in diesem Verzeichnis entsprechen den WordPress-Richtlinien. Für Autoren gibt es klare Regeln welchen Standards ein Plugin entsprechen muss um hier gelistet zu werden. Ausserdem werden diese Plugins einer strenger Review unterzogen: dh wenn ein Plugin in diesem Verzeichnis auftaucht hat es bereits bewiesen, dass es verschiedene Qualitätskriterien erfüllt.
Allerdings sind nicht alle Plugins zwingend dort zu finden. Am häufigsten ist wohl der Fall, dass eine freie Version öffentlich gelistet wird, eine erweiterte Pluginversion (Pro, Premium, Extended…) jedoch vom Entwickler in einem privaten Entwicklerverzeichnis verwaltet wird, zu dem man nur zB. nach Bezahlung einer einmaligen oder jährlichen Gebühr Zugang hat. Updates sind dann zB. nur mit einem gültigem Lizenz-Schlüssel möglich.
Wichtig: Kommerzielle Plugins unterliegen damit keiner Kontrolle durch das WordPress Plugin Team. Die volle Verantwortung trägt der Hersteller selber.
Wer für seine spezielle Anwendung oder für einen Kunden ein Plugin mit nur einer einzigen Anwendung schreibt wird dieses wohl gar nicht publizieren. Da ein eigenes Plugin auch für kleinere Funktionen sehr sinnvoll sein kann und das Programmieren eines WordPress Plugins manchmal sehr einfach ist kommt das sogar recht häufig vor.
Nur im offiziellen Plugin-Verzeichnis habe ich als Anwender eine gewisse Qualitätsgarantie und auch die Vorteile der Gemeinschaft, die zB. auf Bugs hinweist und die Weiterentwicklung mit Feature-Anfragen vorantreibt. Dazu kommt, dass ich mir bei der Auswahl eines Plugins ein paar Eckdaten ansehen kann:
Wenn man sich WordPress näher anschaut merkt man, wie komplex das System in den letzten Jahren geworden ist. Über 2000 Files und Verzeichnisse werden angelegt wenn man eine Installation durchführt. 11 Tabellen sind in der Grundkonfiguration in der Datenbank eingetragen. Damit dieses Files und Daten miteinander funktionieren bedarf es eines augeklügelten Regelwerks, wann welches Stück wie und wo zum Einsatz kommt. Es ist alles nicht ganz so einfach, wie es der Anwender nach seinen 2 Klicks bei der Installation vermuten würde.
Und trotzdem kann und will WordPress gar nicht alle Anwendungen und Funktionen von Haus aus mitbringen. Welche Funktionalität von sich aus dabei sein soll, was in Themes ausglagert wird und wofür man ein Plugin verwenden soll ist Gegenstand einer fortwährenden Diskussion. Tatsache ist, dass die Erweiterbarkeit und die daraus entstehende Flexibilität eine wichtige Grundlage für den weltweiten Erfolg von WordPress waren und sind.
Ein Plugin ist Software die innerhalb einer WordPress-Umgebung die bestehende Funktionen verändern kann oder neue Funktionen hinzufügt.
Und wie funktioniert das? Um das zu verstehen muss man wissen, dass innerhalb des Codes von WordPress sogenannte Hooks eingebaut wurden. Ein Hook (also ein „Haken“) ist ein WordPress interner Begriff für eine Stelle innerhalb des Programmcodes, wo man eigenen Code ausführen lassen kann oder das verändert, was WordPress grundsätzlich ausgeben würde. Es gibt 2 Arten von Hooks, nämlich Actions („Aktionen”) und Filters („Filter”). Es gibt weit mehr als 2000 Hooks, also mit Sicherheit auch dort einen, wo man eine Funktion einbauen will.
Eine Action ist jetzt ein hook, der zu einem bestimmten Zeitpunkt ausgelöst wird und wenn WordPress arbeitet und dann etwas tut.
Ein Beispiel: wenn WordPress angewiesen wird das Dashboard zu laden kann beim hook admin_menu die Anweisung erfolgen, ein persönliches Menü für zB. Plugin Einstellungen zu laden.
Ein Filter erlaubt es Daten zu Verändern bevor diese an den Browser oder an die Datenbank weiter gegeben werden.
Ein Beispiel: Über einen Filter bei excerpt_lenght lässt sich die Anzahl der Worte festlegen, die von einem Artikel-Auszug angezeigt werden soll.
Es gibt 3 Wege wie man Plugins in seine WordPress-Umgebung einbauen kann:
Im Normalfall wird die erste Möglichkeit die Beste sein. Wenn man allerdings (zB. bei einem kostenpflichtigen Plugin) vom Hersteller ein .zip-File bekommen hat wird dieses über die 2. Option installiert. Bei selber gestrickten Lösungen oder auch beim Entwickeln kommt dann der Filetransfer (wie auch immer der organisiert ist, FTP, sFTP, webdav …) zum Einsatz. Der Pfad zu den Plugins lautet übrigens immer
[webroot]/wp-content/plugins/PluginName
Der korrekte Weg lautet:
Sollte das aus irgendeinem Grund unmöglich sein, kann man ein Plugin auch per FTP löschen. WordPress erkennt das dann und deaktiviert das (nicht mehr vorhandene) Plugin nachträglich.
Am einfachsten ist das Update über die Plugin-Übersichtsseite, wobei man bei jedem einzelnen Plugin auf Update klicken kann oder aber auch bulk-Actions aktivieren kann, also mehre Plugins auswählen und dann auf Update klicken. Bei einem Update wird die alte Version gelöscht. Weill man das verhindert so gibt es Plugins dafür, die zB. die alte Version als .zip-File in der Mediathek speichern.
Manchmal kommt es beim Installieren oder Updaten zu Problemen, wenn ein Plugin(verzeichnis) nicht ordentlich entfernt wurde. Die installation scheitert dann mit der Fehlermeldung, dass schon ein entsprechendes Verzeichnis vorhanden ist. Die Lösung besteht hier darin, dieses Verzeichnis zu löschen oder umzubenennen (und dann am besten woanders hin zu verschieben).
Öfter als man es glaubt kommt es zu Problemen, weil Plugins sich nicht miteinander vertragen oder Fehler produzieren. Hier gilt es den Störenfried zu erkennen und ggf. zu ersetzen. Ein häufiger Rat lautet hier: alle Plugins deaktivieren, eines nach dem anderen wieder aktivieren und bei jedem Schritt überprüfen, ob der Fehler wieder auftritt.
Schneller geht es meistens, wenn man die Fehlersuche per FTP löst:
neben dem Pluginverzeichnis ein zweites anlegen, zB:
[webroot]/wp-content/plugins-defunct/
Dann einfach alle verdächtigen Plugins da hinein schieben. Ist der Fehler noch da? Die verdächtigen Plugins wieder zurück und die anderen ins defunct-Verzeichnis schieben, usw. So kommen wir der Fehlerquelle näher. 1/2 – 1/4 – 1/8 – 1/16 geht meist schneller bei der Tätersuche als ständiges ein/aus, besonders wenn man 2 miteinander unverträgliche Teile sucht.
Während die meisten Websites mit bestehenden Plugins auskommen, gibt es Situationen, in denen eine maßgeschneiderte Lösung sinnvoll ist. Ein WordPress Plugin zu schreiben ist technisch oft einfacher als viele denken — manchmal reichen wenige Zeilen Code.
Für Entwickler mit PHP-Kenntnissen ist ein einfaches Plugin schnell erstellt. Die Grundstruktur besteht aus:
Ressourcen zum Einstieg:
Claude, ChatGPT und andere KI-Modelle können WordPress Plugins schnell generieren. Das funktioniert besonders gut für:
Vorteil: Schnell, ohne PHP-Erfahrung möglich, gute Basis zum Anpassen.
Herausforderung: Die KI-generierten Codes müssen getestet werden. Sicherheit, Datenbankabfragen und Performance sollten überprüft werden. Auch müssen Sie das Ergebnis selbst evaluieren können, blindes Vertrauen ist riskant.
Best Practice: KI generiert, Developer reviewed. Besonders bei sicherheitskritischen Funktionen (Nutzer-Authentifizierung, Datenspeicherung) ist manuelle Überprüfung notwendig.
Nicht immer läuft alles glatt. Eigentlich läuft es nie glatt. Wenn Plugins fehlerhaft sind oder Probleme verursachen, hilft eine systematische Überprüfung.
Das Plugin Check Tool ist ein kostenloses WordPress Plugin vom offiziellen Team. Es überprüft ein Plugin auf:
Es zeigt konkrete Fehler und Warnungen. Besonders nützlich für eigene Plugins oder wenn man ein Plugin vor dem Einsatz überprüfen möchte.
Verfügbar unter: https://wordpress.org/plugins/plugin-check/
Query Monitor ist ein mächtiges Debug-Tool. Nach Installation zeigt es:
Anwendungsfall: Website langsam? Query Monitor zeigt sofort ob ein Plugin zu viele Datenbank-Abfragen macht. Fehler beim Speichern? Sicht die exakte Fehlermeldung. Ein fehlerhaftes Plugin macht die Website lahm? Query Monitor findet den Täter durch die Hook-Übersicht.
Hinweis: Query Monitor ist nur für WordPress Administratoren sichtbar (nicht im Frontend für normale Besucher). Es bremst die Website minimal und sollte für Debugging aktiviert bleiben, für Performance-Tests aber deaktiviert werden.
Verfügbar unter: https://wordpress.org/plugins/query-monitor/
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