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WordPress System wechseln?

tl;dr: Die WordPress-Verbreitung hat die KI-Depression statistisch hinter sich. Die Diskussion, welches System innerhalb von WordPress das beste sei, bleibt lebendig – für Entwickler und Hoster. Die Anwender hingegen interessieren sich nicht für Systeme, sie wollen nur, dass es funktioniert (was immer das auch bedeutet). Dieser Artikel behandelt die Systemfrage für Anwender.

Der Zustand der WordPress Welt

Du bist Nutzer und willst, dass es einfach läuft. Die Entwickler-Community ist längst weitergezogen. Nach einer Auswertung von über 14.800 WordPress.org-Themes (WP.MD, Juni 2026) stehen klassischen Themes gegenüber modernen Block-Themes im Verhältnis von 11:1 gegenüber – obwohl inzwischen fast jedes zweite neu eingereichte Theme block-basiert ist. Bei den Page-Buildern ist das Bild ähnlich: Elementor läuft laut HTTP Archive (Auswertung Gravity Kit April 2026) auf rund einem Drittel aller WordPress-Seiten, neuere, schlankere Alternativen wie Bricks wachsen zwar, sind aber noch klein. Entwickler bauen längst anders. Die meisten echten Websites nicht.

8,3%
Nur 1 von 12 installierten WordPress Themes sind Blockthemes
44%
Von den neu eingereichten Themes sind 44 % Blockthemes

Eine Abweichung die es in sich trägt

Ist das nicht normal, dass die Basis den Innovationen hinter her hängt? Vermutlich schon, aber das Ausmass ist gigantisch wenn man sich vorstellt, dass WordPress auf 40,7 % aller Websites läuft (W3Techs). Aber das alles sind Zahlen, die völlig unerheblich sind, wenn du eine einzelne Website betreibst. Du hast Stunden, Tage, Wochen in deine Site gesteckt, dich auf den Techniker (oder Neffen) oder Webdesigner (odern den anderen Neffen) verlassen bei deiner Systementscheidung.

Die Gefahr liegt darin, dass dein System die nächste Welle an Attacken, die nächste Revolution am Designhimmel, das nächste sicherheitrelevante Update nicht übersteht. Dein Auto hat eine Plakette die dich zwingt, regelmässig in der Werkstatt vorbei zu schauen und prüfen zu lassen, ob es noch verkehrstauglich ist – deine Website nicht. 

Das ist kein Grund zur Panik – aber ein guter Grund, sich ein wenig Gedanken zu machen über das System selber.

Bestandsaufnahme - was hast du?

Wichtig sind 3 Dinge: deine WordPress-Version, dein Theme, dein Editor/Pagebuilder. Du kannst all das (und noch viel mehr) einfach abfragen unter:

Dashboard > Werkzeuge > Website-Zustand | Bericht
Diesen Bericht kannst du dort einfach kopieren und ggf. an den Dienstleister deine Wahl senden, der sollte daraus die relevanten Dinge lesen können (und wenn nicht, sollter er nicht der Dienstleister deiner Wahl sein). Ein paar einfache Diagnosen:

WordPress

Dein WordPress ist aktuell (7.0.4 oder 7.1 / August 2026): wunderbar, dann ist die technische Basis in Ordnung. Ist WordPress hingegegen veraltet (und du hast dich an diese lästgen Meldungen Im Dashboard einfach gewöhnt): es ist etwas zu tun! Hier geht es zum Versionsüberblick.

Es gibt keinen (0, nada, nichts) Grund, warum deine WordPress-Version nicht aktuell sein sollte. Kann der Server nicht mehr? Verträgt das Theme keine neuere Version? Gibt es ein Plugin, das nicht mit einer neueren Version arbeitet? (zB. WP Rocket nicht mit WP 7.1.) Das ist Hilferuf des Systems - du musst was tun. Jetzt.

Theme

Dein Theme ist eine Standardtheme (Twenty irgendwas): wunderbar, wenn es am aktuellen Stand ist. Dein Theme ist aktuell, aber schon länger nicht aktualisiert? Überprüfen.

Dein Theme ist ein sog. Classic-Theme. Dh es. verwendet den Classic-Editor oder einen Builder wie Beaver-Builder oder ähnliches? Langfristig wird dieser Ast austrocknen, du musst dir bewusst sein, dass die Entwicklung seit Jahren in eine andere Richtung geht. Du kannst das mit dem Automarkt vergleichen: alle wisssen, dass die E-Mobilität die Zukunft ist, trotzdem fahren die meisten Autos noch mit Verbrenner-Motoren. Das kippt gerade – und das wird auch in der WordPress-Welt kippen. Du wirst mittelfristig etwas tun müssen.

Du kannst das Theme nicht mehr Updaten oder es gibt kein Theme-Update? Themes an sich sind seltener das Problem als die Bestandteile, die der Theme-Autor verbaut hat. JS-Bibliotheken sind PainPoint Nummer 1. Gebundelte Plugins Nummer 2. Das größte Risiko geht von nicht im WP-Verzeichnis zu findenden, günstig erworbenen sog. Premium-Themes aus. Wenn nach ein paar Jahren das Geschäftsmodell gewechselt hat und der Autor keine Freude hat (oder keinen Profit macht) wird das Theme nicht gepflegt. Funktioniert dein Theme noch, aber es hat sich im letzten Jahr nichts getan? - Du wirst bald etwas tun müssen, nicht sofort, aber bald,

Builder / Editor

Du verwendest einen Builder wie Gutenberg, Elementor, Divi, Beaver-Builder, Bricks, WPBakery, …

Gutenberg ist der Blockeditor, und ja, auch der ist ein Builder. Sogar ein guter. Ist dein Builder aktuell und deine Seite schnell genug? Bietet der Builder mehr Vorteile als Nachteile? Wunderbar. Buildern gehört die Gegenwart und die Zukunft, einfach weil die Ansprüche an eine WordPress-Site gestiegen sind. Wenn du keinen Builder brauchst – bist du sicher, dass du WordPress benötigst? Bremst der Builder Updates oder Speed oder ist er nicht mehr ansprechend (Sorry Divi, WPBakery und Co): denk über einen Wechsel nach.

Plugins

Plugins sind ohne einzelne Sichtung kaum zu bewerten. Ausser: wie viele sind es? Welche Funktionen decken sie ab? Hast du Plugins installiert, dessen Funktionen du nicht kennst? Wenn du nicht sicher bist wozu die alle da sind: mach dich schlau oder wende dich an einen Profi (wie mich).

Was stört dich?

Solange es nicht Weh tut ändern wir nichts. Aber wo genau sitzt der Schmerz? Manche Dinge sind messbar, andere sehr subjektiv und individuell. Letztere sind einfach: wenn du deine Website (oder das Backend) einfach nicht mehr magst – dann ändere es! Du verwendest WordPress, ein CMS das Form und Inhalt voneinander trennt. Tut es das nicht gehört es geändert. Wenn du keine Freude mit deiner Site hast – wie soll es dann ein user haben? Du kennst deine Inhalte am besten.

Schwieriger sind die messbaren Faktoren. Ist es besser auf ein wenig Speed zu verzichten zugunsten der Einschulungskosten auf ein anderes System? (Spoiler: nein, nie.) Brechen die Rankings ein – und ist das auch wichtig, für dein Business? Hast du Sicherheitsbedenken? (Solltest du). Wenn du eine Entscheidung zwischen Design und Sicherheit treffen musst – nimm Sicherheit. Lieber ein zerschossenes Layout als eine gehackte Website. Noch besser aber: ein aktuelles System am aktuellen Stand der Technik.

Ist deine Site hässlich? Das ist schwierig: wenn du sie nicht mehr magst aber deine Kunden sie akzeptieren ist das kein Grund für einen Relaunch. Schon mal A/B-Tests gemacht? Es gewinnt fast immer das hässliche – weil Funktion immer vor Design geht. Unbequeme Wahrheit, aber trotzdem Wahrheit.

Wer pflegt die Inhalte?

Willst du mit der laufenden Betreuung deiner Site nichts zu tun haben (keine Zeit, keine Lust) und muss die Site gepflegt werden? (Wenn nicht, warum hast du WordPress?). Such dir einen Dienstleister, der WordPress kann. Wer Inhalte pflegt soll/muss nicht zwangsläufig Admin sein. Wichtig ist, dass die Struktur der Seite ordentlich aufgesetzt wurde und von Anfang an daran gedacht wurde, dass es verschiedene Betreuungsebenen geben wird.
Benötigst du gelegentlich Unterstützung, bist aber für den Alltag gerüstet? Brauchst du nur manchmal Hilfe, wenn etwas aus dem üblichen Rahmen fällt (ein neues Formular, eine neue Produktkategorie, eine Strukuränderung?) Dann ist es wichtig, dass dein Sytem das kann - und dein Dienstleister versteht, was zu tun ist. 
Die laufende Pflege der Inhalte ist die wichtigste Variable in deinem System überhaupt. 

Finde dein System

Du willst raus aus deinem bestehenden WordPress-System, aber wohin? Ich habe ein kleines Flow-Chart-Tool gebaut, dass dir vielleicht weiter hilft. Aber Achtung: das Tool kennt nur deine Antworten, aber nicht deine aktuelle Situation. Die Entscheidung kann dir keiner Abnehmen, aber wenn du willst helfe ich dir dabei: bei einem kostenlosen Erstgespräch können wir uns darüber unterhalten (keine Sorge, ich bin kein Verkäufer-Typ).

Fazit

Es ist nicht wichtig, das selbe zu verwenden, das die meisten verwenden. Das kann hilfreich sein (Produktpflege) aber auch gefährlich (wo mehr Potential da mehr Gefahr).  WordPress-Entscheidungen sind wie Auto-Entscheidungen: brauch ich eines? Wenn ja welches? In welcher Farbe? Mit welcher Leistung?

Bei den Autos haben wir uns daran gewöhnt, dass wir manchmal wechslen (oder auch nicht), dass wir passende für den Verwendungszweck suchen. Bei den Websites gilt das gleiche. Denk mal darüber nach.

Veröffentlicht am: 26. August 2026
Letztes Update am: 26. August 2026

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