Die Ausgangslage - Handlungsbedarf?
Das Musiktheater Animato veranstaltet Opernworkshops an Schulen. Dazu fahren die Darsteller mit dem Tourbus (=Lieferwagen) durch Österreich und Deutschland und bauen in den Turnsälen ihr Setting auf. Oper für die Zielgruppe vor Ort. Gebucht werden die Auftritte von den Schulen. Die Website unterstützt das mit Kontaktform und ein paar Informationen zu den angebotenen Stücken.
Technisch: 2015 habe ich die Site gelauncht. Als Theme war Total im Einsatz, das kam mit WPBakery als Page Builder. Für den Kern – das Kontaktformular – habe ich ContactForm7 verwendet. Dazu noch ein Sitemap-Plugin (das war damals nicht im WordPress Core), Slider, etc. Die Site lief ohne Probleme – regelmäßge Updates waren immer ein Teil des Paketes. Und wenn wir nicht umgebaut hätten, würde die Site immer noch laufen.
Inhaltlich: die Site besteht nur aus Seiten (Pages), neben dem Üblichen besteht der Kern aus 6 Seiten, die jeweils ein Stück beschreiben. Manche davon haben ein paar Feedbacks, die beim Stück angezeigt werden. Das Musiktheater Animato gibt es seit Jahrzehnten, die Zielgruppe weiss das. Die Marke und das Angebot sind bekannt. Vermutlich würde es auch ohne Website klappen. Es geht nicht ums Verkaufen, es geht darum, im Bedarfsfall mit der Website die Kunden zu unterstützen.

Warum also das gute Stück überhaupt angreifen? Im Sommer 2026 konnte man schon ein paar kritische Signale sehen: die Website wurde gefühlt langsamer. Zumindest Mobil hat es schon ein wenig gedauert. Ein kleines Sicherheitsaudit zeigte schon recht betagte Komponenten, die zwar nicht umgehend, aber doch jetzt irgendwann mal zu ersetzen wären. Theme und Builder sind deutlich in die Jahre gekommen. Nein, Spass macht das keinen, aber wenn es funktioniert, warum angreifen?
Die klassische Reaktion wäre vermutlich gewesen: Relaunch! Alle Argumente sind da. Aber – wozu? Welchen Vorteil hätte der Enduser wirklich von einem Relaunch? Was – ausser Kosten – hätte der Betreiber davon? Gemeinsam mit dem Kunden haben wir uns also folgende Fragen gestellt – und beantwortet:
Funktionalität: wir brauchen keine funktionale Änderung. Sie soll weiter machen was sie bisher gemacht hat.
Performance: die Website soll – besonders auf Mobilgeräten – schneller werden.
Sicherheit: auch in den nächsten Jahren wollen wir gepflegte Komponenten, und davon möglichst wenige.
Hosting: es gibt keinen Änderungsbedarf. Kosten passen, die Performace ist für das Projekt völlig ausreichend.
Bedienungskomfort: bei so wenig Änderungen eher ein „nice 2 have” und kein need. Aber wenn schon, dann kann es doch gerne ein wenig gemütlicher im Backend werden.
Wie überprüfe ich (m)eine Site?
Geschwindigkeit messen
Das Tool ist egal (Lighthouse, Security Audit, Plugin-Count), Hauptsache du verstehtst die Ergebnisse: Beispiel: PageSpeed Insights.
Anforderungen definieren
Definiere die echten Anforderungen (Performance? Sicherheit? Admin-Komfort?). Ist SEO/GEO wirklich relevant? Ist der Speed fast egal, weil der Content speziell und alternativlos (=konkurenzlos) ist? Gibt es bekannte Sicherheitslücken in den bestehenden Komponenten, die gefährlich werden können?
Unser Vorher zeigt die Painpoints: rot bei Mobile Performance (50), Largest Contentful Paint (LCP) und Total Blocking Time (TBT). Ausserdem ein D- bei Sicherheitsscore (Mozilla HTTP Observatory) und ein Browser-Fehler: ein Totes Tracking-Pixel aus 2023 (längst abgeschaltet, aber noch im Code).
In der Analyse versuchen wir die roten Punkte denn den Komponenten zuzuordnen: WPBakery war einer (nicht der einzige), das Theme und die Plugins bzw. deren Zustand und Notwendigkeit die weiteren Ansatzstellen um aufzuräumen.
Was die Sicherheit ausserhalb der Komponenten betrifft haben wir den Einbau von mehr Header-Sicherheit beschlossen. Mit einem Plugin mehr haben wir zwar wieder eine Komponente mehr, allerdings eine beschützende und keine bremsende.



